Schermata 2019-06-14 alle 08.58.19

TESSIN GEHT AUS!

Grotto della Salute
Ausflug aufs Land Wer früh kommt, den belohnt im «Grotto della Salute» die Schranke. Die verhindert nämlich, dass der Parkplatz dieses kulinarischen Klassikers, ein paar Strassenzüge von Luganos Zentrum entfernt, gnadenlos verstopft ist. Spät anreisende Gäste müssen also schauen, dass sie anderswo unterkommen, was – unter uns und aus Erfahrung heraus gesprochen– nicht immer ganz einfach ist, sofern man nicht ein mehrere hundert Meter entfernt gelegenes Parkhaus nutzen, sondern an der Strasse halten will. Diesmal allerdings ging alles gut. Die Schranke war noch oben, und wir bekamen nicht nur den Park-, sondern auch den Sitzplatz und wurden schnell mit Wein versorgt. Lugana, süffig, zum schönen Frühlingstag passend, nichts zum Lange-drüber-Nachdenken. Während wir die Speisekarte studierten, überlegten wir, nach welcher Methode die Tische zugeteilt werden mögen. Es gibt welche rechts oberhalb des Eingangspfades und links unterhalb, von drinnen gar nicht zu reden. Im Laufe des Essens entwickelten wir die Theorie, dass oben eher die Stammgäste das Essen geniessen dürfen, während sich das Fussvolk mit dem unteren Bereich begnügen muss. Doch schön ist es, keine Sorge, überall, die Platanen spenden Schatten, die Stimmung ist grandios. Man sitzt hier ein bisschen auf dem Dorf, ein wenig in der Stadt, auf jeden Fall herrlich. Und sollte man dem Service nachtragen, wenn der vor lauter Andrang mal am Tisch vorbeiläuft, ohne den leergegessenen Teller mitzunehmen? Was auf jenen zu liegen kommt, nachdem Brot und Grissini der besseren Sorte verputzt sind, hat Klasse. Nein, nicht diejenige, die man aus den berühmten Gourmettempeln kennt, aber doch eine weit über den normalen Grotto-Angeboten liegende. Erbsenterrine mit Burratina (Fr. 20.–) oder mit Stockfisch gefüllte Kürbisblüte (Fr. 22.–) Tatar vom Rind mit Spargel (Fr. 24.–) oder gar die Foie gras «au torchon» mit Quittenpaste (Fr. 24.–) Nicht selbstverständlich! Wir starteten mit Salat von jungem Spinat mit Crostini und Bresaola (Fr. 18.–) und waren sehr zufrieden. Danach ein Blick an die Tafel neben der Eingangstür, denn dort standen Dinge, die auf der Speisekarte keinen Platz hatten. Die gegrillten Calamari (Fr. 18.–) zum Beispiel, die man kaum hätte besser machen können, oder die hausgemachte Lasagne (Fr. 20.– für die kleine Portion). Gut gewürzt war sie, die Pasta, hätte aber ruhig noch zwei Minuten länger im Ofen verweilen dürfen. Aber bitte: Wer sich über Kleinigkeiten aufregt, verkennt den Charakter des Hauses, das ja eben keine kleine Quartierbeiz ist, sondern ein auf Hochtouren laufendes gastronomisches Unternehmen mit vielen Gästen und etlichen Mitarbeitern. Eines allerdings, das sowohl den Nachspeisen als auch den Getränken Achtung verschafft. Bereits das Sortiment an glasweise verfügbaren Dessertweinen begeisterte uns: Gewürztraminer aus der Südtiroler Kellerei St. Michael, ein Passito di Pantelleria, ein Recioto di Soave oder, in der Welt der flüssigen Süssigkeiten weitgehend unbekannt, der Haróu der Cantina Settemaggio, aus der Uva americana gekeltert. Semifreddo von Grand Marnier mit einem Salat aus Orangenfilets (Fr. 12.–) war unser letzter Höhepunkt. So gut und so unverwechselbar wie das ganze.

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